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Altes Wissen

Quellen des alten Wissens
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Zutiefst innere Grundlagen
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Vom Seelen-Selbst lernen
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Alte Bewusstseinsformen und Wirklichkeiten

Altes Wissen entstammt aus den alten Bewusstseinsformen vom Ursprung der Menschheit her:

- Archetypisch - Uranfängliche Einheit. Selbst- und Bewusstlosigkeit
- Magisch - Wirksamkeit. Natur und Körperlichkeit
- Mythisch - Seelenselbst im Stamm. Alles ist bedeutungsvoll
- Transzendent (auf Basis des Mythischen) - Jenseitige Bereiche. Kosmos, Ahnen, Göttinnen und Götter

Später, seit der Achsenzeit vor rund 2'500 Jahren, drang das rationale Bewusstsein nach und nach an die Oberfläche und wurde zum heutigen Hauptbewusstsein. Und in Zukunft wird das fragmentische Bewusstsein im Zentrum stehen.

Alle Bewusstseinsformen und Wirklichkeiten hier...

Altes Wissen ist wertvoll

Das rationale Hauptbewusstsein geht typischerweise davon aus, dass die alten Wirklichkeiten durch den eigenen Weltzugang vollständig überwunden worden seien. Die Welt werde heute durchgängig besser verstanden als mit jenem alten, abergläubischen Wissen. Das stimmt teilweise sehr wohl, aber es werden auch wichtige Kernelemente des Menschseins ausgeschlossen. Umgekehrt fordern Personen mit mythischem Hauptbewusstsein sehr oft, dass wir uns von rationaler Wissenschaftsgläubigkeit lösen und stattdessen auf altes Wissen zurückbesinnen sollen, denn die vor-rationale Welt sei besser gewesen. Das führt oft zu übertriebener Naturromantik und Zusammengehörigkeitsschwärmerei.

Im fragmentischen Bewusstsein macht es keinen Sinn, sich auf eine bestimmte Wirklichkeit zu konzentrieren und die übrigen zurückzuweisen, denn jede einzelne Bewusstseinsform, ob aus früheren Zeiten, aktuell oder zukünftig, weist sowohl Vorteile wie auch Nachteile auf. Vielmehr ist es nützlich, sie alle kennenzulernen, um die jeweiligen negativen Aspekte zu vermeiden und die positiven zu nutzen.

Tatsächlich greifen selbst die rationalsten Menschen – obwohl sie das im Grunde ablehnen – auf die alten Bewusstseinsformen zurück, wenn sie psychisch oder physisch in eine Notlage hineingeraten, die sie im Alltagsbewusstsein nicht mehr bewältigen können. Weil diese Rückfälle fast immer unbewusst geschehen, führen sie in aller Regel dazu, dass negative Mechanismen der alten Bewusstseinsformen wirksam werden.

  • Wer darunter leidet, seine wichtigen Ziele mit rationalen Vorgehensweisen nicht verwirklichen zu können, greift gerne auf Machtmittel zurück. Machtausübung gehört zum deutlich älteren magischen Bewusstsein, das sich um Wirkung und Wirksamkeit in der konkreten Welt dreht. Dann jedoch ist auch der Zugang zu Gewalt nicht fern und die Regression ins Magische führt leicht zu zerstörerischem Verhalten.
  • Wer sich gegenüber anderen Menschen und Gruppen unwohl fühlt, wird leicht in mythische Welten zurückfallen und dort dem typischen Hang zur Ausgrenzung und Abwertung des Äusseren und Anderen unterliegen. Fremde Nationen, rivalisierende Sportvereine, ausländische Menschen, Personen des anderen Geschlechts oder mit ungewohnter sexueller Orientierung, generell alles Fremde wird im mythischen Rückgriff leicht als minderwertig betrachtet und behandelt.
  • Wer zutiefst unzufrieden ist mit seinem Leben in der alltäglichen Welt, sehnt sich zuweilen nach heilen Welten. Das kann sehr positiv sein, aber in seiner negativen Ausprägung führt es allzu oft zu übertriebener Naturromantik, spirituellem Eskapismus, transzendenter Weltflucht oder sogar in die bewusstlose Einheitshoffnung des archaischen Bewusstseins hinein.

Andererseits verfügt altes Wissen in früheren Bewusstseinsformen natürlich auch über wertvolle Teilbereiche. Auf die positiven Vorzüge der alten Bewusstseinsformen lohnt es sich einzugehen. Indem wir uns auf bejahende Weise mit altem Wissen verbinden, können auch wir modernen Menschen Wohlgefühle erreichen, die über das rein rationale weit hinausgehen.

  • Wer in die positive magische Wirklichkeit eintaucht, findet sich nach etwas Übung in einer kraftvollen Natur und unverstellten Körperlichkeit wieder.
  • Keine Wirklichkeit verfügt nur annähernd über derart starke menschliche Geborgenheit und Loyalität, wie die mythische. Das mythische Bewusstsein dringt über die Seele viel tiefer in Menschenebene und Kosmos hinein als die rationale Psyche.
  • Zuweilen erfasst ein Mensch für kurze Zeit dem profanen Alltag vollständig übergeordnete Eigenschaften, wie etwa Unio Mystica, religiöse Erfahrung, metaphysische Sicherheit, universelle Verbundenheit oder den Eingang in ein universelles Jenseits. Dann taucht er wahrhaftig in das transzendente Bewusstsein als Basis grenzenloser Ruhe hinein. Das kann ganz wunderbare Einwirkungen auf das profane Alltagsleben haben.

Schamanisches Wissen

Schamanismus ist ein Sammelbegriff für magisch-mythische Techniken, die alt sind, aber nicht veraltet. Schamaninnen und Schamanen waren die ersten bewussten Problemlöser dieser Welt. Vor Tausenden von Jahren standen sie vor der Aufgabe, die Gruppierung, der sie angehörten, in Fragen der kosmischen Zusammenhänge zu beraten und Lösungen fürs Überleben zu finden: Wie ist die Welt entstanden? Wo leben unsere Ahnen? Wann ist die Zeit günstig zur Jagd? Wo findet sich Nahrung? Welches ist die Heilwirkung dieser Pflanze? Wie ist jene Verletzung zu heilen? - So haben die Schamaninnen, Heiler und Medizinleute aller Kontinente Kosmologien und Techniken entwickelt, um die Nöte der Mitglieder ihrer Gemeinschaften möglichst effizient zu lindern. Deshalb sind schamanische Techniken ausgesprochen lösungsorientiert.

Die alten Kosmologien wurden als Mythen entwickelt. Der Mythos, die sinnhaft verdichtete Erzählung, ist namensgebend für das mythische Bewusstsein. Ein Mythos gilt als wahr, wenn er von Autoritäten und Ahnen der Stammesgemeinschaft als stimmig betrachtet wird. Mythische Wahrheit steht in erster Linie für Bedeutung und Verbindlichkeit innerhalb des eigenen Stammes, während rationale Theorien universell gültig und experimentell überprüfbar sein müssen.

Schamanismus geht davon aus, dass der Mensch beseelt ist. Je nach Tradition wird auch Tieren, Pflanzen, der Mutter Erde, Gestirnen und sogar Gegenständen eine Seele zugesprochen. In meiner eigenen Kosmologie verfügen selbst Städte, Länder, Firmen, Teams oder Familien über einen Seelenaspekt, mit dem man arbeiten kann.

Schamanismus wird genährt aus zahlreichen unterschiedlichen Traditionen. Heutzutage wird er belebt durch Menschen, die das ursprüngliche Wissen in Ehren halten und in der modernen Welt auf traditionelle oder modernisierte Weise anwenden. Schamanische Arbeit ist ein wirkungsvoller und bereichernder Weg, um mit dem inneren Selbst und dem Kosmos in Kontakt zu treten. Für mich war sie das Tor zu einem sehr bereichernden mythischen Weltzugang und zur Seelenebene.

Die meisten Menschen, die sich auf eine der zahlreichen Formen von schamanischer Arbeit einlassen, nutzen den Deutungsrahmen, um einen tieferen, heilsamen Zugang zur Natur zu erhalten. Für mich war jedoch die Entdeckung einer Seelenebene entscheidend.

Seelenebene

Die Idee einer Seele wird sehr unterschiedlich gefasst. In meinem Modell mehrerer Bewusstseinsformen und Wirklichkeiten erweist sich die Seele ganz einfach als Selbst-Form des mythischen Bewusstseins. Dies natürlich in Abgrenzung zum Ich-Selbst des rationalen Bewusstseins. Die Selbstform beschreibt die Art, wie die Menschen einer bestimmten Wirklichkeit sich typischerweise selbst in der Welt empfinden. Zum Beispiel verortet sich das Ich-Selbst hauptsächlich im Kopf, während das Seelen-Selbst eher auf Brusthöhe erspürt wird.

Das mythische Seelenselbst ist gleichzeitig individuell und kollektiv. Es weiss von sich selber als einem eigenständigen Wesen, doch ganz anders als das Ich-Selbst weist es starke Identifikationen mit Familie, Stamm, Natur und Kosmos auf. So ergibt sich ein Doppelcharakter von Selbst und Gemeinschaft, von Individuum und Kollektiv, von Körper und Natur.

Durch die Verankerung in Familie, Stamm und Ahnen wurde das ursprüngliche mythische Bewusstsein vor einigen Tausend Jahren zur Keimzelle eines sozialen und moralischen Bewusstseins. Das Seelenselbst kann sich nicht anders denken als eingebunden in die Loyalitäten des Stammes, in die Wirkungen der Ahnen, in das göttliche Gefüge und in den Weltenkreis. Es erweist sich als weicher und offener ist als das kontrollierende Ich-Selbst des rationalen Bewusstseins. Auf der Seelenebene ist der Mensch sanft verbunden mit allen anderen Wesensformen. Demgegenüber ist das rationale Ich-Selbst ausschliesslich auf sich selber als autonomes Individuum bezogen.

Es ist nützlich, eine konkrete und eine übergeordnete Seele zu unterscheiden. Die konkrete Seele bezieht sich auf ein bestimmtes Leben einer bestimmten Person, auf seine oder ihre Biologie, Biografie und Psyche. Sie durchwirkt den aktuellen Körper, weshalb zuweilen zurecht von einer Inkarnation die Rede ist. Die übergeordnete Seele wird dagegen einem wie auch immer definierten Jenseits zugeordnet, d.h. ausserhalb einer einzelnen Persönlichkeit und ausserhalb eines einzelnen Lebens. Macht man diese Unterscheidung, dann liegt es auf der Hand, dass Religionen von einer übergeordneten Seele sprechen, falls sie ein Seelenkonzept aufweisen. In der alten ägyptischen Mythologie existierte eine ähnliche Trennung von Ra, dem Seelenvogel, der eine sterbende Person verliess, und Ach, einer Seele, die nach dem Tod im Jenseits erst noch zu verdienen war.

Im individuellen Leben kommen rationales Ich-Selbst und konkretes Seelen-Selbst im physischen Körper zusammen. Es wird oft gesagt, die Seele möchte nichts lieber, als sich aus dem Gefängnis des inkarnierenden Körpers zu befreien; das kann ich nach meiner jahrelangen Erfahrung nicht bestätigen. Tatsächlich verbindet sich die mythische Seele gerne mit dem individuellen Körper (zumindest für die Dauer eines Lebens). Durch die Inkarnation kommt die konkrete Seele zustande. Im fragmentischen Bewusstsein bewegen sie sich Seele und Geist allerdings in gegenläufiger Richtung. Der mentale Geist (engl.: mind), entspringt dem individuellen Gehirn, formiert das rationale Ich-Selbst und gleitet manchmal weiter hinaus in den jenseitigen Geist (engl.: spirit), wo universelle Freiheit genossen werden kann, wie es sie im begrenzten Individuum nicht gibt.

Das rationale Bewusstsein hat die alte Idee einer Seele in die Psyche integriert oder ganz aufgegeben und verwendet die Begriffe 'Seele' und 'Psyche' oft mehr oder weniger synonym. Von 'Seele' ist dann zuweilen die Rede, wenn eine etwas gemeinverständlichere, vielleicht etwas weniger technische, feierlichere Formulierung angestrebt wird. In meinem Modell, das die Unterschiede zwischen rationaler und mythischer Weltsicht anerkennt, ist die Seele dagegen nicht nur entwicklungsgeschichtlich deutlich älter, sondern auch deutlich tiefgreifender. So betrachtet ist die Seele die evolutionäre Grundlage, auf der sich die Psyche entfaltet. Es ebendiese epochale mythische Seelenwelt, in der C.G. Jung's Archetypen und generell sein kollektives Unbewusstes eine wirksame Basis haben.

In Bezug auf die Entwicklungsstufen der Menschen entwickelt sich die Seele in ihrer Kindheit. Dadurch wird die Seele bei heutigen Erwachsenen zu einer Erweiterung unterhalb der Psyche tiefer im Unbewussten und Vorbewussten der Menschen hinein. Das gilt ganz besonders für belastende Erfahrungen in Situationen grosser Not oder nach Traumata in der Kindheit. Letzteres kann nicht erstaunen, wenn man bedenkt, dass das mythische Bewusstsein entwicklungstechnisch der Kindheit entspricht. Für den heutigen Menschen entfaltet sich das rationale Bewusstsein erst im Erwachsenenleben. Namentlich für das Auflösen von schweren inneren Belastungen und Verstrickungen spielen die entwicklungsgeschichtlich älteren Strukturen der Seelenebene eine zentrale Rolle. Einmal weil die schweren Traumata tief reichen. Dann auch weil das mythische Seelenselbst durch seine prinzipielle Verankerung im Kollektiv für Persönlichkeitsentwicklungen deutlich empfänglicher ist, als das rationale Ichselbst mit Psyche.

Nicht alle Menschen begeben sich gerne auf die Seelenebene und das ist auch nicht immer angezeigt. Wenn ich den öffentlichen Verkehr benutze, wenn ich mich in der Chirurgie unters Messer lege, wenn ich in einem hohen Gebäude in einen Lift steige, dann hoffe ich jedes Mal, dass die Verantwortlichen im rationalen Bewusstsein agieren. Die Seelenebene ist wichtig, aber sie deckt nicht alle menschlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten ab.

Die magische und die mythische Wirklichkeit sind ursprünglicher und unberechenbarer als die rationale, was natürlich auch Nachteile aufweist, die teilweise durch moderne Zivilisation und rationales Bewusstsein korrigiert werden konnten. Doch sie haben auch grosse Vorteile. Die mythische Seelenebene ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine Gefühlsebene. Ohne Seele und Körper gäbe es im Leben höchstens sehr oberflächliche Gefühle und es ist das mythische Bewusstsein, welches vor vielen Tausend Jahren die Beziehungen zwischen den Menschen untereinander ins Bewusstsein geholt hat. Viele biografische Belastungen können auf der Seelenebene besser und schneller gelöst werden als auf der psychologischen Ebene allein, insbesondere die tiefgehenden, in der Kindheit, in der Herkunftsfamilie oder im sozialen Umfeld gründenden Probleme.

Die Seele will gesehen werden

Altes Wissen umfasst aus meiner Sicht sehr wertvolle Bereiche. Deshalb möchte ich hier mit ein paar Hinweisen skizzieren, wie es möglich ist, der Seele den Raum zu geben, den sie benötigt und verdient.

Das rationale Ich-Selbst und das mythische Seelen-Selbst sind höchst bedeutsame Akteure unseres Menschseins. Wenn das Ich eine Rampensau ist, dann ist die Seele eine Diva. Beide wollen das Zentrum der grossen Bühne des Lebens besetzen. Doch sie können nicht gleichzeitig im Vordergrund agieren. Im modernen Alltag ist das Ich klar dominant. Das bedeutet, dass das Ich in den Hintergrund treten muss, damit die Seele einen würdigen Auftritt erhalten und als Türöffnerin in bedeutsame Bereiche agieren kann.

Aus heutiger Perspektive eröffnet das Seelenselbst einen bedeutsamen Raum innerhalb der mythischen Wirklichkeit. Auf diese Weise kann das persönliche Innere in Natur und Kosmos, in die Geborgenheit des Menschseins und in die tiefe Persönlichkeit. Damit ein Eingang in die mythische Seelenwirklichkeit erfolgen kann, muss das rationale und erwachsene Ich-Dasein überwunden werden.

Um das zu erreichen, spielt die Sprache eine wichtige Rolle. Es hilft, wenn rationale Begriffe durch mythisch gegründete Worte ersetzt werden:
- statt: Ich, Quantität, Theorie, Beweis, Individuum, Interesse, Kontrolle, erkennen, berechnen etc.
- eher: Seele, Qualität, Mythos, Stimmigkeit, Gemeinschaft, Loyalität, Hingabe, erfahren, abschätzen usw.
Indem wir Worte aus des mythischen Bewusstseins verwenden, eröffnen wir die mythische Wirklichkeit mit ihrer Seelenebene.

In der Politik würde man bei analogen Vorbereitungen von Framing sprechen, in der Psychologie von Priming. Stets geht es um das Begünstigen bestimmter Tendenzen der Wahrnehmung und Deutung. In unserem Fall geht es auch darum, sich auf eine alternative Logik, der mythischen Seelenlogik, einzustellen, um die Ich-Bezüge abzuschwächen und die Seele auf die Bühne des Lebens einzuladen. Danach ist es einfacher, mit der Seele in Kontakt zu treten.

Auch äussere Faktoren können die Ausrichtung auf das Mythische verstärken. Beispielsweise eröffnet das Sitzen auf dem Boden die Nähe zu Mutter Erde, einem zutiefst mythischen Element. Die Formation und nur schon Vorstellung eines Kreises weist auf die mythische Gemeinschaft hin. Zudem ist es nützlich, die Augen zu schliessen, denn die Seele spricht gerne durch innere Bilder. So auch in Träumen. Doch in Träumen sind wir passiv ausgeliefert, weshalb wir Wege suchen, um zumindest teilweise Einfluss zu nehmen.

Die Schamaninnen und Schamanen aller Kulturen haben gelernt, sich mittels verschiedener Techniken und Hilfsmittel in einen veränderten Bewusstseinszustand zu versetzen. Man sagt dann, sie unternehmen eine schamanische Reise. In traditionellen Kulturen wird die schamanische Reise oft als abenteuerliche Heldenreise in ekstatischen Zeremonien erlebt. In unserer westlichen Form sind schamanische Reisen äusserlich unspektakulär. Es sind Meditationen, leichte Trancen. Die Wissenschaft misst dabei Hirnströme in Frequenzbereichen, die tiefer liegen als im normalen Wachzustand.

Anders als bei punktuellen Meditationen im Hier und Jetzt, wie sie aus dem asiatischen Raum bekannt sind, interessieren uns die bildhaften und gedanklichen Inhalte der meditativen Reise in den mythischen Kosmos mit Natur- und Tierkräften hinein oder in die Seelenebene. Deshalb wird jeweils eine bestimmte Absicht formuliert. In der Regel bitten Praktizierende dabei um Rat oder Heilung. Erst danach wird die Meditation laufen gelassen. Man lässt sich überraschen und wenn es gut läuft, erfährt man Einsichten und Erkenntnisse aus der mythischen Wirklichkeit.

Auf schamanischen Reisen können Seelen- und Naturwesen als Repräsentationen der grundlegenden Kräfte des Lebens angetroffen werden. Wenn alles gut läuft, wird der Mensch in die Geborgenheit von Natur und Kosmos hineingeleitet. Auch ist es mit seelischer Besinnlichkeit möglich, wohltuende Mystiken zu erleben. Im alten Wissen ist die Transzendenz nicht vollkommen jenseitig, wie im rationalen Bewusstsein, sondern viel enger mit dem profanen Dasein verbunden.

Innerlich läuft die inhaltsvolle Meditation in die Seelenebene hinein. Sehr oft ist das eine Grundlage für das Überwinden von traumatischen Belastungen aus der eigenen Biografie. Die Seele ist weicher und empfänglicher für Veränderung und Persönlichkeitsentwicklungen als das rationale Ich, denn dieses sieht sich letzten Endes auf sich selber gestellt.

Es ist nicht ganz einfach, die Seele zu begrüssen, doch mit etwas Erfahrung kommt der bewusste Kontakt zustande. Die Seele will gesehen werden, aber erst wenn sie genug Vertrauen verspürt, wird sie sich auf der Bühne des Bewusstseins zeigen. Dann vermittelt sie, was ihr fehlt oder worauf sie hinausmöchte. So sind Heilwirkungen möglich, die es in der rationalen Wirklichkeit allein nicht geben kann. Und darüber hinaus ist die Seele reich an altem Wissen, welches sie nicht so sehr aus individuellen Kenntnissen schöpft, denn aus ihrer natürlichen Verbundenheit mit Menschen und Kosmos.

  Auspexis: Entwicklung des menschlichen Bewusstseins