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Forschungsthemen

Neues Bewusstsein beschäftigt sich mit dem sich entwickelnden pluralistischen und integralen Bewusstsein.

Mit Auspexis nutze ich das pluralistische Bewusstsein bereits ausgiebig, namentlich im Zusammenwirken von mehreren Bewusstseinsformen. Zusammen mit dem erst ganz fein wirkenden integralen Bewusstsein stellen sich spannende Fragen und bedeutende Herausforderungen.

Gegenwärtig arbeite ich selber an diesen Punkten:
- Entwickeln geeigneter Formate, um die Forschungen bald auf ein breiteres Fundament stellen zu können
- Inhaltliche Klärung der Forschungsthemen

Meine thematischen Forschungsschwerpunkte sind die folgenden:

Verletzlichkeit

Der Mensch ist verletzlich und er wird auch verletzt.

Diese Tatsache soll hier nicht als Fehler oder Mangel beklagt, sondern als erfahrbare Grundvoraussetzung des menschlichen Daseins akzeptiert werden.

Existenzielle Verletzlichkeit bewusst akzeptieren heisst:
- Offen sein gegenüber den Limitierungen des Daseins
- Die menschliche Verwundbarkeit und Sterblichkeit annehmen
- Die eigene Inkarnation und Biografie bejahen
- Ganz werden

Verletzlichkeit eröffnet eine Lücke im Dasein. In dieser Lücke kann Schlimmes geschehen. Sie ist deshalb eine Quelle von Getrenntsein, Verletzung, Schmerz, Leiden, Angst. Doch da ist noch mehr.

Verletzlichkeit ist auch der Anlass, damit sich Menschen schützen. Existenzielle Verletzlichkeit ist der Antrieb für Bewegung und Veränderung. Zudem ist sie die Ursache, um überhaupt etwas wahrnehmen zu wollen. Erst in der Lücke, die durch Verletzlichkeit aufgeht, ist Erkennen mögich (und nötig). Wie sollte es im Universum etwas Verbindendes geben, wenn es kein Getrenntsein gibt? Ohne Trennung keine Liebe. Und auch Freiheit, die Möglichkeit unter Alternativen auszuwählen, kann es nur geben, wenn nicht alles lückenlos festgelegt ist.

Existenzielle Verletzlichkeit eröffnet ein Spannungsfeld, ohne das das menschliche Leben weder denkbar noch erfahrbar wäre.

Der Mensch ist nachweislich gesünder, wenn er seine Verletzlichkeit akzeptiert.

Neues Bewusstsein wird sich mit Verletzlichkeit auf allen Ebenen beschäftigen. Als konkretes Forschungsprojekt wollen wir uns den negativen Seiten des Daseins zuwenden.

Das Negative integrieren

Als Teilnehmende von Gemeinschaften und Gesellschaft werden die Menschen vernünftigerweise angehalten, das Gute zu suchen und das Schlechte meiden. Auch in zahlreichen Ausprägungen der Mainstream-Spiritualität werden wir aufgefordert, uns am Licht und an der Liebe auszurichten. Oft mit der Versicherung, dass im Urgrund des wirklichen Daseins sowieso nichts als Liebe sei.

Im Rahmen eines integrierenden Bewusstseins und im Bestreben eines umfassenden Weltzugangs darf das Dunkle aber nicht einfach ausgeschlossen werden. Das betrifft gleichermassen persönliche, kollektive wie universelle Schattenbereiche.

Auch das Unvollkommene, Empörende, Furchteinflössende und Bösartige existiert. Auch Niedertracht, Gewalt und Schmerz verdienen bewusste Aufmerksamkeit. Aber nicht, um Nutzen, Macht oder Profit daraus zu ziehen, sondern um es in seiner blossen Existenz zu anzunehmen.

Auch das Negative will beachtet werden. Auch das Schlimme verdient liebende Zuwendung. Vielleicht braucht es sich dann weniger in der alltäglichen Wirklichkeit zu manifestieren, wenn es auch so unsere bewusste Aufmerksamkeit erhält.

Die bejahende Beschäftigung mit dem Negativen ist ein optimistisches Friedensprojekt.

Die spätrationale Krise bewältigen

Das spätrationale Bewusstsein ist in der Krise.

Grosse spätrationale Übertreibungen und Überforderungen sind:
- Bevölkerungsexplosion und Migrationsdruck
- Umweltzerstörung und Klimaerwärmung
- Erosion von Demokratie und Rechtsstaat
- Fragmentierung sowie Desintegration von Identität

Das rationale Bewusstsein kann die eigenen Probleme nicht mehr lösen. Mit rationalen Mitteln allein wird es nicht möglich sein wird, uns Menschen ein würdevolles Überleben auf diesem Planeten zu sichern. Es braucht ein neues Bewusstsein dafür.

Unsere Vorfahren vor gut zweitausend Jahren haben eine ähnlich verzweifelte Phase schon einmal erlebt und wir können aus der spätmythischen Depression lernen. Damals war es das rationale Bewusstsein, das eine neue Weltsicht einbrachte und die Herausforderungen des mythischen Bewusstsein letztlich überwand. Heute ist es das pluralistische Bewusstsein, das neue Ansätze in die Welt bringen wird.

Mit Auspexis arbeiten wir an Bedingungen für die Möglichkeit, dass Lösungen für die grossen Herausforderungen der spätrattionalen Phase realisiert werden können. Konkret heisst das, dass wir uns auf Bewusstseins- und Perlönlichkeitsentwicklung konzentrieren. Damit die spätrationale Krise nicht allzusehr ausartet, müssen wir an unserer eigenen Persönlichkeit arbeiten, mit uns selber ins Reine kommen und Frieden schliessen mit der Welt.

Wir Menschen müssen zuallererst uns selber retten.

Neue Archetypen

Archetypen sind rationale Konzepte, die in der magischen und mythischen Wirklichkeit gründen. Je nachdem werden Archetypen eher als Urformen der Evolution des menschlichen Bewusstseins betrachtet oder als überpersönliche Grundformen der aktuellen Gemeinschaft.

In der pluralistischen Wirklichkeit sind Archetypen weitverbreitete, kollektive Systeme und tiefgreifende Wirkungsfelder.

Für das neue Bewusstsein benötigen wir neue Archetypen, die nicht nur in der magischen und mythischen, sondern auch in der rationalen Wirklichkeit gründen und sich auf die pluralistische Gegenwart beziehen.

In diesem Forschungsbereich machen wir uns auf eine Entdeckungstour nach neuen Archetypen, Ursystemen und Wirkfeldern. Wir untersuchen, welche tiefgreifenden Systematiken für pluralistische Menschen passend sind.

Ich denke da beispielsweise an ein pluralistisches Konzept, das die archetypische Unterscheidung von Frau und Mann überwindet, um die Gleichberechtigung der Menschen in der Gesellschaft zu verankern. Oder an Grundsystemen zu rationalen Begriffen wie: Interesse, Freundschaft, Erkenntnis, Wissenschaft.

  Auspexis: geistig, seelisch, vital