Startseite

Geist-Numonen-Materie


Bewusstsein ist eine Manifestation des Geistigen in der Welt (wie auch Geist, Seele, Psyche oder Mentales).

Das moderne Weltmodell betrachtet das grundlegende menschliche Dasein entweder als geistig oder materiell, und zwar als vollkommen unabhängig voneinander. Die humane Existenzbasis gehe entweder auf die eine Sphäre zurück oder auf die andere.

Nichtsdestotrotz verbinden manche menschliche Erfahrungen die unterschiedlichen Ebenen.

Dazu möchte ich in diesem Menüpunkt neuartige Gedanken formulieren und darlegen wie die Verbindung über Numonen möglich ist.

Numonen führen dazu, dass man mit einer gewissen Berechtigung sagen kann, alles sei mit allem verbunden.
Das fragmentische Bewusstsein weist darauf hin, dass auch der Bruch eine Wichtigkeit hat.

Geist-Materie-Dualismus
Geist-Materie-Dualismus
Nicht-rationale Erfahrungen
Nicht-rationale Erfahrungen
Verbindung Gestiges und Materielles
Verbindung Gestiges und Materielles

Ein philosophisches Problem

Vor fast vierhundert Jahren hat der berühmte Philosoph René Descartes das Leib-Seele-Problem formuliert. Er hat erkannt, dass Seele und Denken (die res cogitans, das Denkende) einerseits von einer ganz anderen Substanz sind als Körper und Materie (die res extensa, das Ausgedehnte) andererseits. In der heutigen Philosophie wird dieselbe Unterscheidung meist als Körper-Geist-Dualismus beschrieben. Körper und Geist gehören völlig unterschiedlichen Seinssphären an und keine Wissenschaft kann erklären, wie Geist auf Materie einwirken könnte, weil die Komponenten grundverschieden sind.

Das Problem ist zunächst noch nicht sehr dramatisch, weil die rationale und die mythische Bewusstseinsformen in ihrem Kern monistisch sind. Deshalb entscheiden sich die entsprechende Personen seit vielen hundert Jahren, bewusst oder intuitiv, entweder für die eine oder die andere Seite als Grundlage ihrer Weltsicht und Welterfahrung.

Entweder wird Materialismus als physikalische Grundlage der Welt festgelegt. Der griechische Philosoph Demokrit legte sich bereits vor zweieinhalb tausend Jahren so fest, indem er Atome (griech: atomos, unteilbar) als Ursprung der Wirklichkeit festlegte. Wer sich im Rahmen des Materialismus bewegt, wird Geist und Bewusstsein typischerweise als Emergenzphänomen betrachten. Das Geistige ist dabei ein Produkt des Gehirns auf Basis physikalischer und chemischer Verbindungen. Ohne Gehirn gibt es nichts Geistiges in der Welt.

Umgekehrt legte sich Platon in der griechischen Antike auf eine ideale Grundlage des irdischen Daseins fest (griechisch: idea, Idee, Urbild). Im Idealismus gelten transzendente Ideen und übergeordnete Seelen als die eigentliche Wirklichkeit und nicht die materiellen Phänomene. Wer sich einer Form des Idealismus hingibt, erfährt das Bewusstsein als Ingressionsphänomen. Die physikalische Welt ist dabei ein Produkt des Bewusstseins, des Geistes, der Seele. Wenn Geistiges oder Seelisches in den menschlichen Körper dringt, dann gilt das seit jeher als Inkarnation und Ingression.

Es gibt gute Argumente für beide Positionen. Für Idealismus spricht beispielsweise die Tatsache, dass der einzige direkte Kontakt zu Realität in unserem Bewusstsein geschieht. Für Materialismus können wir anführen, dass unser Bewusstsein nicht wirklich über Raum- und Zeitstrukturen hinauskommt. Die jeweils andere Seite wird zu einer abhängigen Komponente erklärt und zuweilen sogar als inexistent oder illusorisch betrachtet. Der Vorteil einer Festlegung für die eine Seite besteht natürlich darin, dass man sich in einer homogenen Wirklichkeit befindet ohne Widersprüche zwischen grundverschiedenen Sphären. Der Nachteil liegt allerdings darin, dass das zum Preis einer eingeschränkten Gesamtwirklichkeit geschieht.

Auch ich selber habe seit dem Beginn meines Studiums als Philosoph die monistische Wirkung des rationalen Bewusstseins gespürt und mich innerlich gedrängt gefühlt, mich für die eine oder andere Seite zu entscheiden. Einmal sah ich mich als Materialisten, dann ein paar Jahre als Idealisten, später wieder umgekehrt und so weiter. Das war ein ziemlich frustrierendes Ringen um Eindeutigkeit, welches erst abebbte, als sich in mir das fragmentische Bewusstsein mit seiner tiefgreifenden Pluralität zu regen begann. Heute akzeptiere ich beide Sichtweisen als gleichwertig und gleichzeitig. Unter der Wirkung des fragmentischen Bewusstseins hat das Universum sowohl einen materialistischen als auch einen idealistischen Ausgangspunkt. (Und vermutlich noch weitere. Das Universum dürfte deutlich vielfältiger sein als unsere bewusste Welterfahrung hergibt.)

Im Rahmen des fragmentischen Bewusstseins mit gleichzeitig idealistischer und materialistischer Grundlage stellt sich das Geist-Materie-Problem ziemlich eindringlich. Eine irgendwie geartete Verbindung zwischen Geist und Materie, zwischen Seele und Körper, scheint nötig. Nach langer Forschung postuliere ich die Existenz von Numonen, welche in Universum eine Wechselwirkung von Geistigem und Materiellem darstellen. Details dazu weiter unten.

Ein spirituelles Problem

In der ersten Phase meines Erwachsenenlebens war ich ein typisch rationaler Mann. Ich war Ehemann und Vater, stand im Berufsleben, beteiligte mich an der Gesellschaft und hatte wissenschaftlich fundierte Meinungen. Niemand hätte mich als spirituellen Menschen bezeichnet. Ich selber schon gar nicht.

Doch im Alter von rund vierzig Jahren kam ich über einige Umwege zu punktuellen Geschehnissen, die mir zu denken gaben. In sog. Familienaufstellungen bin ich beispielsweise mit einer Kraft in Kontakt gekommen, die mich über eine grosse zeitliche und räumliche Distanz hinweg mit Erfahrungen eines mir völlig unbekannten Menschen versorgt und bei mir starke Gefühle und heftige Reaktionen ausgelöst hatte. Natürlich dachte ich intensiv über Suggestion, Gruppenhypnose und dergleichen nach, weil diese Erklärungen meinem damaligen Weltbild entsprachen. Der rationale Weltzugang versteht spirituelle Erlebnisse psychologisch und als Resultat neuronaler Vorgänge im eigenen Gehirn. Doch meine damaligen Erfahrungen gingen deutlich über Neurologie, Psychologie und Soziologie hinaus.

In mir entstand die Ahnung, dass es da noch „etwas“ geben muss, das über mein bisheriges Wissen hinaus geht.

In den darauffolgenden Jahren habe ich mich ausgiebig mit schamanischen Traditionen beschäftigt und die Seele als alte Selbst-Form der mythischen Wirklichkeit kennen gelernt. Bald war mir klar, dass die oben angesprochenen Gefühle und Reaktionen auf eben dieser Seelenebene vermittelt worden sein mussten.

Doch meine Frage nach dem ermöglichenden „Etwas“ war damit noch nicht beantwortet, sondern bloss verschoben. Während ich nun akzeptieren konnte, dass es auf der Seelenebene und in der mythischen Wirklichkeit, wie ich die Ebene unterdessen verallgemeinernd nannte, Wirksamkeiten gab, die überpsychologische Erfahrungen ermöglichen, so blieb die Frage bestehen, wie das funktioniert.

Die bekannten Wechselwirkungen, die vier Grundkräfte der modernen Physik, kamen als Begründung nicht infrage, weil sie sich ausschliesslich auf materielle Grundlagen beziehen. Und auch die üblichen individual- und gruppenpsychologischen Erklärungen griffen zu kurz. Das „Etwas“, das dies möglich machte, ging nicht nur über mein eigenes, sondern auch über das naturwissenschaftliche und psychologische Wissen hinaus.

Mit Numonen bringe ich zuletzt ein Element ins Spiel, welches wenigstens in Ansätzen über die Begrenzungen der physikalischen Kausalitäten hinausgeht und Geist, Seele, Bewusstsein mit materieller Dinglichkeit verbindet.

Ein Lösungsvorschlag: Numonen

  • Im Universum gibt es nicht nur materielle Elementarteilchen, sondern auch geistige Entitäten.
  • Materie und Geist haben zuerst unabhängig voneinander eine Evolution durchgemacht.
  • Auf irdischer Grundlage dürfte es eine Verbindung zwischen den ansonsten vollkommen getrennten Dimensionen des Geistigen und des Materiellen geben.
  • Materielles: Universum, Materie, Gegenstände, Natur, Biologie, Körper, Lebewesen, Menschen.
  • Geistiges: Geist, Seele, Bewusstsein, Psyche, Mentales, Gedankengefühle, Bedeutungsfelder, Numonen.
  • Numonen bieten allem Geistigen eine Trägerbasis.
  • Numonen fungieren als Welchselwirkung innerhalb der geistigen Formen und zwischen Geist und Materie.
  • Geistiges ist nicht an Raum und Zeit gebunden D.h. mit Formen des Geistigen können wir Menschen nichtmaterielle, nonlokale sowie atemporale Erfahrungen machen und Phänomene erkennen.
  • In den numonalen Wechselwirkungen entwickeln sich Bedeutungsfelder und Wirkungsfelder.
  • Formen des Geistigen sind einzig an ihren Wirkungen via Numonen erkennbar.
  • Als Begründung für Existenz und Beschaffenheit von Geistigem gelten Beobachtungen und Erfahrungen, welche einen Wirkmechanismus erfordern, der über die rational und wissenschaftlich anerkannten hinausgeht.

Kein Mensch hat je ein Numon gesehen. Auch von mir kann ich das nicht behaupten. Unsere menschlichen Sinne sind dazu nicht imstande. Ein wie auch immer geartetes Instrument, um die Existenz von Numonen zu bestätigen, scheint mir ebenso undenkbar. Insofern sind meine Gedanken zu Numonen spekulativ.

Ich möchte mich selber auf keinen Fall als träumerischer Fantast sehen und versuche seit Jahren, ohne die Idee mit Numonen auszukommen. Es gibt indessen einen einfachen Grund, wieso ich daran hängenbleibe: Numonen mögen nicht direkt wahrnehmbar sein; ihre Wirkungen sind es aber sehr wohl.

Oben habe ich vorgeschlagen, über Numonen eine Verbindung der ansonsten voneinander unabhängigen Dimensionen des Geistigen und des Materiellen aufzunehmen, um damit ein uraltes philosophisches Dilemma zu lösen. Ebenso habe ich erwähnt, dass mithilfe von Numonen zahlreiche eher spirituelle Erfahrungen erklärt werden können, ohne auf beliebige esoterische Behauptungen zurückgreifen zu müssen. Und darüber hinaus meine ich, dass viele sprachliche und kollektive Phänomene der Menschen über die Wechselwirkung von Numonen ganz zwanglos begründet werden können.

Eine Möglichkeit, um auf Numonen zu verzichten, bestünde meines Erachtens darin, ihre verbindenden Eigenschaften direkt dem Geistigem zuszuchreiben. Dann müsste ich aber davon ausgehen, dass sich Entitäten wie Geist, Mentales, Seele oder Bewusstsein ohne die Überbrückung durch Numonen selber untereinander und mit dem Materiellen verbinden. Das entspricht aber nicht der herkömmlichen Bedeutung des Geistigen in unserer Welt und ich ziehe eine zusätzliche Entität vor, indem ich sie postuliere.

Postulate sind denkerisch notwendige Annahmen, das Postulieren ein Grundvorgang in der Erweiterung des Wissens. Ich postuliere die Existenz von Numonen, weil ihre Wirkungen zur Kenntnis genommen werden können.

Ähnlich wurde beispielsweise in den 1960er Jahren vom britischen Physiker Peter Higgs die Existenz des Higgs-Bosons vorhergesagt. Doch erst im Jahr 2017 konnten im CERN in Genf Messungen angestellt werden, die als Nachweis für dessen Existenz gelten. Hier hat es fünfzig Jahre gedauert, bis die postulierte Voraussage bestätigt werden konnte. Im Falle von Gravitationswellen, die eine Folge von Albert Einsteins Relativitätstheorie sind, vergingen sogar hundert Jahre bis zur empirischen Bestätigung. Vielleicht kann in einigen Jahrzehnten auch mein Postulat von Numonen bestätigt.

Doch andererseits ist es auch denkbar, dass die zukünftigen Menschen meine postulierten Numonen verwerfen werden. Genauso wie die Annahme eines Äthers als Transportmittel für Licht abgelehnt wurde, nachdem rund zweihundert Jahre später das Photon entdeckt worden war, das als Teilchen durch das Vakuum des Weltraums reisen kann und anders als Schall kein Trägermedium braucht.

Schliesslich kann das erdachte Postulat auch zu mehrdeutigen Ergebnissen führen, so wie bei Christoph Kolumbus. Er folgerte damals aus der gegebenen Geografie heraus, dass die Erde ein Kugel sei und die Seefahrt Indien auch westwärts erreichen könne. Leider musste sein Postulat unterschiedlich verstanden werden, weil das Schiff tatsächlich in eine zulässige Richtung fuhr, aber gleichzeitig vom amerikanischen Kontinent unterbrochen wurde.

So könnte es auch mir gehen. Es wird sich weisen.

Allerdings strebe ich nicht nach Bestätigung durch die Wissenschaft noch durch eine Gemeinschaft. Mir ist es wichtiger, meinen eigenen Ansprüchen nach Redlichkeit und Weite sowohl in intellektueller als auch in spiritueller Hinsicht gerecht zu werden. Anders gesagt: Ich will weder meine Intelligenz beleidigen noch meine Einfühlsamkeit beschränken. Dadurch kann ich meinen Möglichkeitenraum erweitern und freier mit der Thematik umgehen.

Der Begriff "Numonen" geht auf die griechischen Wörter „noumenon“ und nous“ zurück, die ganz allgemein für etwas „Geistiges“ stehen. Bei mir gelten Numonen als Einheiten, die einerseits innerhalb des Geistigen Zusammenhänge bilden und andererseits die Verbindung von Geistigem und Materiellem verwirklichen.


Weitere Ausführungen werden folgen.

  Auspexis: Entwicklung des menschlichen Bewusstseins